Kolumne
(hier findet ihr unsere subjektive, gefärbte und nicht immer ganz
so wörtlich zu nehmende Meinung zu Dingen, die wir mögen, hassen oder
bemerken):
Ziel100
und Lila Pulver haben was zu sagen:
After
de Luxe
Lilapulver:
Jetzt mach ich
mal das, was ich nie machen wollte: ich schlage für meine Einleitung bei
Wikipedia nach! Uaaahhh… Und zwar: After Hour. Immerhin ist mein Gatte
einer der ersten After Hour Veranstalter Deutschlands gewesen. Erinnert Euch:
rUnterkommen in die U-Bar. Unvergessen und Legendär. Also, Wikipedia sagt:
Unter Afterhour (engl. Stunden danach) versteht man in der Club-Szene eine Veranstaltung
mit elektronischer Tanzmusik, die meist sonntags oder samstags in den frühen
Morgenstunden beginnt. Afterhour-Veranstaltungen werden besucht, um ein partyreiches
Wochenende ausklingen zu lassen oder das Ende einer Nacht hinauszuzögern.
Um Müdigkeitserscheinungen zu beseitigen, werden auf After Hours-Veranstaltungen
oft aufputschende Drogen wie Amphetamine oder Ecstasy konsumiert. Die ersten
Afterhour-Clubs entstanden Anfang der 90er Jahre in der Techno-Szene und etablierten
sich vor allem in Europa und den USA. Als erster deutscher Afterhour-Club gilt
der Walfisch in Berlin. Eine After-Afterhour ist eine Veranstaltung, die an
die Afterhour anknüpft und meist am frühen Abend beginnen. Als Gegenstück
zur Afterhour gibt es den sogenannten Warm-up um sich auf das Wochenende einzustimmen.
Aaaalso… Das kann man eigentlich so stehen lassen. Vielleicht sind einige
da immer noch dick im Geschäft bzw. in der Szene, was das Treffen nach
durchzechter Nacht angeht. Ich bin es nicht mehr oft, aber ich hab einige mitgemacht
und kann sagen (ohne die Sache mit den aufputschenden Drogen wirklich bestätigen
zu wollen): was haben wir gelacht…
Etwa, als eine Gruppe von Leuten, die nur kurz was zu trinken von der Tankstelle
holen wollten, zehn Minuten später vergeblich an der Tür Sturm klingelten
und riefen – der Hausherr und Gastgeber, der als einziger daheim geblieben
war, oben eingeschlafen. Keiner hatte einen Schlüssel und nach einer halben
Stunde wagte ein verwegener Partygast, nicht mehr ganz nüchtern, den direkten
Weg von der Straße ins Wohnungsfenster. Im 2. Stock! Einfach die Fassade
an der Dachrinne hoch… Oder die Nacht als wir, ganz in weiss, und es war
Sommer, unsere Seele aus dem Leib tanzten und, eigentlich glückliche Singles,
den Typen mit dem ausgeprägten Pony (heute mit neuer Frisur redlicher Frankfurter
DJ), mit nach Hause nahmen. Schon auf dem Heimweg beachteten wir ihn nicht mehr.
Er startete noch den ein oder anderen Kommunikationsversuch, aber wir wollten
nicht mehr mit ihm reden… Ich glaube, der ist heute noch sauer…
Stehe ich im Disco Backstage und da stolpert ein total taumelnder Typ mit Kappe
rein, stöbert in seinen Taschen und kann in keinster Weise mehr gerade
aus schauen. „Ich glaub ich hab gerade 500 EUR verloren – im Taxi“…
Da dämmerte mir, welcher Teil eines deutschen DJ Duos das war. Klar, dass
wir ihn mit auf After nahmen, so verloren, wie er ohne seine Gage und ohne seine
Platten (die, wie sich später heraus stellte, sein Bruder für ihn
mitgenommen hatte) erschien. Er hing immer an meiner Hand und sagte (O-Ton)
„bitte lass mich nicht allein – ich hab doch nur dich“…
Einmal überließ ich meinen Wohnungsschlüssel ein paar Freunden,
ohne mir bewusst zu sein, dass diese dort kurzerhand eine Party anzettelten.
Ich kam als letzte aus dem Club nach und fand 30 Fremde in meiner 27qm Wohnung,
die mir netterweise erlaubten, mich aus dem Kühlschrank zu bedienen...
Eine andere After Hour verbrachten wir in den Strassen Frankfurts alle gemeinsam
„Ein Rudi Völler, es gibt nur ein Rudi Völler“ krakeelend
(mal so neben all dem 2006 aufgekeimten Patriotismus: 2002 waren wir Vizeweltmeister,
oder?). Einmal waren wir zur After sogar bei einer Bundestagswahl – keine
Ahnung mehr, wo ich mein Kreuzchen gemacht habe… Und letztendlich habe
ich auf einer After Hour auch Ziel100 kennen gelernt. Im heißen Tal von
Abtweiler… Wer sagt, auf Parties lernt man nicht den Mann seines Lebens
kennen, dem das Gegenteil zu beweisen sind wir angetreten.
Wünsche Euch weiterhin viel Spaß beim Aftern und dass ihr immer das
Glück habt, auf Eurer kleinen Privatparty auch wirklich der englischen
Bedeutung des Begriffs zu begegnen;-)
Jetzt übergebe ich das Wort an den ungekrönten After Hour König:
Ziel100:
Das Feld der After Hours
ist auf jeden Fall schon mal ein weites. Privat, organisiert, chaotisch, spontan.
Lustig, wahnsinnig, erschreckend bis zu unglaublich.
Ohne jetzt selbstherrlich sein zu wollen, darf ich mir den Expertenstatus selbst
verleihen, wenngleich meine Frau mich ja eben schon in den Hochadel des After
feierns erhoben hat... Habe wirklich jahrelang mit rUnterkommen jeden Samstag
und Sonntag den ganzen Tag über gefeiert. Das Publikum fand ich immer interessant.
Total durchgerockt, teils willenlos, niemals nüchtern. Ganz im Gegenteil.
Und dann diese Meute über Stunden zum ausflippen bringen – das ist
eine Aufgabe! Ich behaupte, wer eine After Hour rocken kann, der versteht sein
Handwerk.
Was eine After aber unvergesslich macht, sind die speziellen Erlebnisse, von
denen man niemals Kenntnis hätte, wäre man nicht doch noch „mit
den anderen“ mitgegangen.
Lustig war es zum Beispiel mal im Schwabenländle, als wir privat After
gemacht haben und uns zuvor in der Tankstelle mit allen notwendigen Utensilien
– Jägermeister, Bier, Wasser, Kaugummis und Schoki – eingedeckt
haben. In unsere Tüten mogelte sich auch noch eine Tiefkühlpizza.
Privat an- und untergekommen bemerkte der Wohnungsbewohner, dass er weder einen
Herd noch eine Mikrowelle besitzen würde („Wozu gibt es denn Bringservice?“).
Daraufhin wurde die Pizza – nicht von mir! – kurzerhand im gefrosteten
Zustand gegessen!
Schön sind auch die von meiner Frau angesprochenen Situationen, wenn man
im Heimischen als Fremder eingeteilt wird. Da wird man beim Auflegen auch schon
mal angepöpelt „Hiah, isch lehg jetz aufh, hiah...“. Klar was
folgt: Ich sag „nö...“ und der Geselle, den ich mein Leben
lang noch nicht gesehen hatte, regt sich auf „Du lehgst bei mia inner
Wohnung aufh, dass is meine Wohnung, ich wohn hiah, mach dich jetz ab, hiah!“.
Glücklicherweise konnte man ihn davon überzeugen, dass er doch ganz
wo anders hingehört... im speziellen Fall nämlich: Vor die Tür!
Sehr großzügig war die Einladung eines Barbesitzers in Bombay, der
nach meinen Gig einfach alle aus dem VIP Floor in seine benachbarte super schicke
Lounge einlud. Das beste: Er ließ uns ein und ging dann wieder. Die Bar
(inklusive Füllung) stand uns zur freien Verfügung. Ohne Limits. Da
stand ich nun, bzw. nach kurzer Zeit musste ich sitzen, und machte im fernen
Bombay den edelsten Wodka zwischen indischen Models, Filmproduzenten und Szenegrößen
weg. Meine Gage wurde in Landeswährung ausgezahlt und passte lustigerweise
in meine beiden Hosentaschen nicht rein. Da war dann wirklich mal dicke Hose
angesagt. Zum Glück konnte ich meine ebenfalls bediente Frau davon überzeugen,
dass ein „Lila Pulver was here“ auf der weißen Ledercouch
eher kein netter Gastgruß wäre und konfiszierte vorsorglich alle
Eddings in ihrer Reichweite. Schwer diese Nacht zu vergessen.
Unvergessen auch, wie ich in München Sonntagmittags um 16 Uhr ins Hotel
eincheckte nach einer nachhaltigen After Hour und mich entkräftet im Aufzug
auf meinem Plattencase nieder ließ. Irgendwo zwischen Erdgeschoß
und siebtem Stockwerk übermannte mich der Schlaf und ich machte ein vorübergehendes
Nickerchen, das erst unterbrochen wurde, als der Aufzug zurück im Erdgeschoß
von anderen Gästen betreten wurde. Die haben entsprechend irritiert geschaut,
wie ich im übrigen auch!
Generell sind mir eh die wahnwitzigsten Sachen eigentlich nach der After Hour,
sozusagen bei der After-After Hour, passiert. Als ich beispielsweise eines Sonntagsabends
nach einem 8-Stunden Set und etlichen Jägermeistern nach Hause kam, entdeckte
ich in meiner Wohnung noch einige Überbleibsel einer After, die sich hier
wohl parallel zu meiner abgespielt haben musste. Es gab keinen Tropfen zu trinken
mehr, die Luft war schwer vom Rauch und auf meiner Couch schliefen ein paar
mir bekannte Freundinnen meiner damaligen Freundin, die wiederum unser Bett
okkupierte. Ratlos und müde verkroch ich mich erst mal auf die Toilette
um dort big business zu machen. Verständlicherweise zog ich gegen Ende
ab und war dann eher überrascht, als sich der Schüsselinhalt plötzlich
zwischen meinen Füßen auf den Boden ergoss. Die Toilette war definitiv
verstopft. Erstmal die Strümpfe, die durchnässt waren, gewechselt,
den Boden angewidert aufgewischt und dann ratlos vorm randvollen Lokus gestanden.
Selbstverständlich haben die anderen Wohnungsbesetzer seelenruhig weiter
geschlafen. Leider brachten die Versuche mit der Klobürste und einer speziellen
Reinungsspirale rein gar keinen Effekt. Also Augen zu und durch: Gummihandschuh
an und mit der Hand dem Übel zu Leibe gerückt. Aber selbst das konnte
nicht helfen. Kurzfristig dachte ich an die Möglichkeit einen Rohrreinigungsservice
zu rufen, aber Sonntagsabends dürfte das 300% Aufschlag kosten und meine
Wochenendgage wollte ich eigentlich anderweitig investieren. Nochmals nachgedacht
und dann mit Hilfe von diversen Zangen die ganze Schüssel abmontiert (inklusive
Entladung des Schüsselinhalts auf den Boden, also entsprechend auch auf
mich). Vor mir klaffte ein kreisrundes, schwarzes Loch im Boden. Es gab ja eh
kein zurück mehr und ich tauchte mit meiner behandschuhten Hand ab in die
Tiefe. 10cm, 20cm, 30cm. Nichts zu finden, was die Verstopfung gerechtferigt
hätte. Ich ging auf die Knie und noch mal 10cm tiefer. Leider waren das
die entscheidenden falschen 10cm, denn mein Handschuh war am Ende und somit
in Null komma nix „gefüllt“. Letztendlich war das aber jetzt
auch egal und die Verstopfung war auch immer noch nicht lokalisiert. Von den
Knien legte ich mich also auf den Bauch und tauchte über den Ellenbogen
und dann sogar mit dem gesamten Arm bis zur Schulter ab. Und tatsächlich,
da unten hatte sich irgendwas verklemmt. Nicht, das mein Tauchgang schon schlimm
genug war, ich musste auch noch einen WC-Stein Halter, der mit einer Damenbinde
umwickelt war, zu Tage fördern. Der Rest des WC Steins hatte zu allem Übel
auch noch meinen gesamten Arm blau eingefärbt. Da stand ich nun, blauer
Arm, Knie und T-Shirt voller Scheisssoße und vor allem total durch. Während
ich die Sauerei beseitigte, kam meine Freundin schlaftrunken um die Ecke und
fragte, warum ich so viel Krach machen würde. Egal, wenigstens war die
Toilette wieder frei.
Also passt mir schön
auf, dass ihr es nicht zu wild, nicht zu lang und nicht zu bunt treibt. Sagt
mir aber unbedingt Bescheid, wohin ihr geht. Ich komm mit!
Ziel100
und Lila Pulver haben was zu sagen:
Ich
liebe Deinen Beruf! (..oder das Ding mit den Groupies)
Lila Pulver sagt:
Es gibt eine immer präsente
Bedrohung wenn man einen Mann hat, der DJ ist:
das Groupie! Das hier soll keine Typisierung werden, denn genau das kann man
bei diesem Thema nicht. Groupies sind nicht in Gruppen zu fassen, nicht zu berechnen
und meistens kann man nicht mal sicher ausschließen, wer keines ist. Es
gibt so viele Arten und Möglichkeiten zum Groupie zu werden, manche wollen
es, manche werden es unbeabsichtigt und für andere ist es ein Zwang.
Da ist zum Beispiel diejenige, die ohne Freunde in den immer gleichen Club kommt.
Jedes Wochenende. Dann tanzt sie - egal wer auflegt und welche Musik - vorm
oder hinterm DJ Pult, den Musiker mit Blicken durchlöchernd. Sie sagt den
ganzen Abend keinen Ton und wenn sie Glück hat und der DJ betrunken und
geil genug ist, darf sie ihn eventuell begleiten - wie weit, will man gar nicht
wissen. Meistens sind das nämlich Frauen, bei denen man sich fragt, ob
sie daheim keinen Spiegel haben... Klar ist: diese Frauen sind unterste Schublade
des Groupietums. Bei ihnen geht es weder um den Mann, noch um die Musik - sie
wollen nen DJ abschießen, egal wen.
Nur ein bißchen angenehmer, weil sie weniger psychopatisch anmuten, sind
die
Frauen, die wenigstens sprechen können, aber auch alles platt machen, was
sich in der Nähe des DJs aufhält. Sie geben verbal und körperlich
absolut
Schlampeneinsatz um zum Stich zu kommen - auch wieder ungeachtet des
Musikstils oder wie der DJ aussieht, geschweige denn heißt.
Aber es gibt ja auch die Partyluder (im spaßigsten Sinn des Wortes). Sie
kennen jeden guten Club im In- und Ausland. Genau so wie sie jeden DJ kennen
- und jeder DJ sie. Ihre Welt und ihre Bühne ist die Party und die Musik
und
sie sind mehr als geduldet. Sie sind VIPs und jeder freut sich, sie zu
sehen. Ob sie mit den Stars ins Bett gehen - man weiß es nicht so genau.
Sie
haben ein innig freches Verhältnis zur High Society und das ist zwar frivol
aber nicht dreckig. Deswegen mag sie jeder - ausser denen, die auch gern so
wären wie sie...
Nette Groupies sind auch diejenigen, die eigentlich gar keine Groupies sein
wollen, sondern wunderschön gestylt und erhaben in den Club kommen, ganz
alleine irgendwo in der Ecke tanzen und trotzdem so eine Aura
haben, daß nicht nur alle Männer um sie herum Blut und Wasser schwitzen,
sondern daß der DJ in seiner Kanzel auf sie aufmerksam wird und ehrfürchtig
fragt, ob er sie zu einem Drink einladen darf. Man weiß auch bei ihr nicht,
ob sie so viel Selbstbewußtsein hat, daß sie einen perfekt inszenierten
Plan
zur Ausspielung bringt, oder ob sie tatsächlich nur zufällig am Ende
der Nacht
mit ins Hotel genommen wird...
Auch Männer können unversehens zum Groupie werden und ich meine hier
nicht die willigen Anhänger homosexueller Kollegen. Ein ganz normaler Hetero
Mann wird zum unterwürfigen Luschi, der seine Freundin einfach stehen läßt,
die ganze Zeit hinterm DJ steht und ihn beim Auflegen beobachtet. Dieses Groupie
landet später überall, nur nicht im Bett des DJs. Wahrscheinlich nicht
mal in dem seiner Freundin...
Von Zeit zu Zeit begegnet man einem Groupie, das sich gar nicht bewußt
einen
DJ als Opfer der Nacht wählt. Wobei man zugeben muß: heutzutage ist
es eher
schwierig, einen Mann zu finden, der NICHT auflegt. Zumindest im Nachtleben
als Jagdrevier. Jedenfalls stellt jene am Ende fest: ach du scheisse, schon
wieder ein DJ. Sie lernt zwar auch andere Männer kennen, aber so richtig
interessant sind die nicht. Beneidens- oder bedauernswert? Sie muss gar nix
machen, und schon steht sie oben. Dabei sucht sie doch tatsächlich nicht
den Mann für eine Nacht, sondern eine echte Beziehung. Irgendwie muss sie
dann sehr viel Glück haben, um mehr als nur ein schönes Souvenir zu
sein und er ihr mutig Treue schwört...
Ziel100 sagt:
Ui, Groupies. Das ist ja
mal ein heisses Eisen. Ich will eigentlich gar
nicht darüber schreiben, weil eigentlich auch kein anderer DJ gerne über
dieses Thema redet. Der Grund ist einfach: Erzählt man Geschichten aus
dem
tiefsten Nähkästchen, hat man sich schnell in die Riege derer eingereiht,
die nur deshalb DJ geworden sind, weil sie Frauen – möglichst viele!
–
abschleppen wollen. Und wenn man das Nähkästchen zu lässt, steht
man als
Moralapostel da – und wer ist das schon gerne?!
Also muß ich erstmal beteuern: Ich bin DJ, weil ich Spaß daran habe,
nichts
besser kann und die Musik liebe. Und wo das jetzt gesagt ist, erlaube ich
euch einen kleinen Blick in meinen Groupie-Nähkasten!
Ich bin, vor allem wenn ich weit weg von zu hause bin, nicht gerne allein im
Club. Das macht nicht sehr viel Spaß, seinen Egofilm zu drehen und allein
zu
den Tunes abzufeiern. Deshalb suche ich immer Kontakt im Club. Und
lustigerweise braucht es meist nur 5 Minuten bis man zufällig ein paar
Leute
kennen lernt, die bereitwillig meine Freigetränke mit mir vernichten. Nach
ca. 5 Sambucas und spätestens nach einer Stunde erkennt man dann aber,
ob
die Bekanntschaft wirklich zufällig ist oder doch eingefädelt war.
Da
scheiden sich die Bekanntschaften von den Groupies. Männer outen sich als
Groupies meist mit Sätzen wie: „Ich habe dein Ostermarsch-Set bei
Emule
runtergeladen und finde es total geil. Ich lege genau den gleichen Style
auf! Ich geb dir mal hier meine Karte, schau doch mal, ob du mich ins U60311
reinbringen kannst!“ Doof nur, dass ich da schon seit drei Jahren nicht
mehr
auflege! Aber irgendwie habe ich für männliche Groupies doch noch
Sympathie
übrig. Mit denen kann man wenigstens ohne größere Verbindlichkeiten
weiterfeiern und fachsimpeln. Irgendwie schmeicheln die ja auch dem Ego
(Anm. Lila Pulver: die weiblichen etwa nicht?).
Schlimmer ist die weibliche Variante. Die Erfahrenen dieser Spezies gehen
sehr subtil vor. Die prosten dir zunächst zu, schwirren in immer kleineren
Kreisen um das DJ Pult, geben dir dann einen aus, haben alle Drogen am
Start, die man auch nur kennt, stellen sich artig vor um dann am Ende des
Abends mit verführerischem Augenaufschlag zu fragen, wo man denn gedenke
zu
schlafen… bzw. ob man denn jetzt tatsächlich allein ins Hotel gehen
wolle.
Sorry Ladies, ich bin morgens echt müde und ja, ich will allein ins Hotel
und schlafen, schlafen, schlafen! Die weniger erfahrenen Groupies erkämpfen
sich erst mal einen Platz in der Nähe des DJs, rücken einem ohne Einladung
immer mehr auf die Pelle, suchen unentwegt Körperkontakt und verteidigen
ihre Position auch schon gerne mal mit Ellenbogen und – Huch! Sorry! –
versehentlich verschütteten Getränken in Richtung Konkurrenz. Diese
Art der
Groupies ist auch sofort am Outfit auszumachen. Alles ein bisschen zu viel:
Zu viel Schminke, zu viel Ausschnitt, zu viel Alkohol. Das ist wirklich zu
billig und ich glaube, deren Erfolgsquote ist extrem gering. Wobei sie
natürlich trotzdem die ganze Woche in jedem beliebigen Forum rumposten:
„Die
Nacht mit DJ XY war total geil – ihr wisst schon!“. Schwer, das
zu Hause zu
erklären!
Und wenn man eigentlich denkt, man hat nach weit über 10 Jahren DJing mit
den Damen alles erlebt wird man doch ganz gerne mal wieder überrascht:
Da war zum Beispiel diese eine Frau im wirklich sehr schicken Club in
Norddeutschland. Namen waren schnell gewechselt, die Sektflaschen in
ähnlichem Tempo geleert und nachbestellt. Jedes zweite Lied war ihr
aaaabsoluuuutes Lieblingslied und die Tanzperformance tatsächlich ganz
gut. Und
beinahe war ich dabei zu denken „Die ist ja echt lustig!“, bis sie
sich zu
mir – ihr Dekolleté präsentierend – rüberbeugt
und fragt: „Kannst du
eigentlich auch so geil ficken, wie du auflegst?!“… was sagt man
in so einer
Situation ohne unsouverän zu wirken? Ich weiß es leider immer noch
nicht,
ich habe nämlich geantwortet „Nö, ich lege viel besser auf!“.
Hingegen richtig nett fand ich den Versuch auf einer Großveranstaltung
in
Nordhesssen. Da kam ein Security Guard zu mir und meinte barsch “Soll
ich
dir geben!“ und drückt mir einen Umschlag in die Hand. Ich habe vermutet,
dass es meine Gage wäre und wunderte mich, warum ich das Geld während
des
Sets bekommen sollte. Und noch mehr verwunderte mich, dass der Umschlag sehr
dünn war – das bin ich anders gewohnt! Also schnell mal zwischen
zwei
Übergängen reingeschaut. Und da war sie, die „Bewerbung“.
Schön auf dem PC
geschrieben mit nettem, offenherzigem Bild, Angaben zu Vornamen, Hobbies und
Familienstand („ledig“) und sogar Körbchengröße.
Handschriftlich stand noch
drunter „Bist du mutig oder ein Feigling?“… Die nette Dame
hatte aber
gänzlich vergessen eine Telefonnummer oder andere Responsemöglichkeiten
beizufügen – also so wird das natürlich nix, aber sehr nette
Idee!
In Basel hatte ich dann Besuch von einer ca. 17 jährigen Asiatin, die
versuchte mich zu reizen, in dem sie sich mit ihren Ellenbogen auf das DJ
Pult auflehnte und ihren runden Kopf in ihren Händen hin und her wiegte
und
so breit lächelte, wie man nur lächeln kann. Dazu leckte sie sich
lasziv die
Lippen – bis sie sicherlich wund waren. Aber nicht nur 5 oder 50 Minuten,
sondern über Stunden! Die konnte ich dann irgendwann an einen meiner
Begleiter weiterleiten, damit ich wieder freie Sicht auf die Tanzfläche
hatte. Gott sei Dank!
Es gibt aber auch Exemplare die sich gar nicht abwimmeln lassen. Ich
erinnere mich daran, wie sich eine Frau in Süddeutschland kurzerhand auf
meinen Plattenkoffer gesetzt hat und meinte „Wenn du deine Scheissplatten
mit ins Hotel nehmen kannst, dann kannste mich auch mitnehmen!“. Oder
ganz
schlimm: In der tiefsten ostdeutschen Provinz habe ich gerade eine zu sehr
geschminkte, zu tief dekolletierte und zu besoffene Frau abgewimmelt und
verabschiede mich vom Veranstalter, der mir bedeutete, meine Fahrt ins Hotel
würde vor der Tür warten. Ihr dürft nur einmal raten, wer da
lallend und
lüstern hinterm Steuer auf mich gewartet hat! Ja, richtig, ich bin mit
dem
Taxi gefahren!
Seit zwei Jahren habe ich aber ein super Gegenmittel gegen aufdringliche
Frauen gefunden. Sobald ich merke, da ist ein von mir nicht geteiltes
Interesse vorhanden, erzähle ich von meiner zuckersüßen Tochter,
wie
glücklich ich doch bin und wie sehr ich Mutter und Tochter doch lieben
würde….!
In diesem Sinne: Nähkasten zu und „Macht mehr Kinder der Liebe“!
Ihr habt auch eine Meinung? Schön! Macht in meinen Forum einen Thread auf...! Wir werden antworten!
Ziel100
und Lila Pulver haben was zu sagen:
Schon
mal Gedanken gemacht, wer ein Gast ist?
Lila Pulver ist der Meinung:
Wißt ihr eigentlich, was eine Gästeliste ist? Im eigentlichen Sinn
meine ich? Wie der Name schon sagt: eine Liste, auf der Gäste stehen. Gäste
des Abends – eingeladen vom Veranstalter, Clubbesitzer, DJ. Personen,
die wichtig sind und die man gerne in einer besonderen Party Nacht bei sich
hätte. Leute, die eine schöne Zeit verbringen und keinen Eintritt
zahlen sollen. Nicht, weil sie es sich nicht leisten könnten, sondern um
ihnen eine gewisse Wertschätzung zuteil werden zu lassen.
Aber was ist bei uns los? Wer nicht auf die Gästeliste kommt, ist beleidigt
und geht dann woanders hin. „Wie, meine plus sechs geht nicht okay?“
Nicht, dass wir nicht gerne die Gästeliste voll machen und alle, die wir
mögen, irgendwann und irgendwie mal gerne einladen. Aber es ist ein regelrechter
Sport geworden, auf die Liste zu gelangen und wenn die einmal voll ist, wird
es alles andere als sportlich genommen. Außerdem gibt es Spezialisten,
die auf allen Parties des Abends auf der Gästeliste stehen um auswählen
zu können, wo sie hingehen – für die Clubs, die sie dann nicht
besuchen, blockieren sie die Liste für andere, die wirklich gerne gekommen
wären und die auch an der Reihe gewesen wären.
Es ist auch kein böser Wille des DJs, wenn dieser, um 22 Uhr angerufen,
keine Möglichkeit mehr hat, noch den ein oder anderen Namen aufzuschreiben,
weil die Liste seit Stunden in der Disco liegt. Noch weniger kann er was dafür,
wenn er mitten in seinem Set vom Barpersonal zur Tür gerufen wird, weil
da jemand vor der Tür steht, „der noch auf die Liste möchte“...
Wenn man 20 Mal auf der Liste stand und es dann irgendwann mal nicht geklappt
hat, kann man wohl auch mal zahlen. Man verliert nicht gleich sein Gesicht oder
seine Wichtigkeit. Beim nächsten mal kann man wieder stolz an den anderen
vorbei marschieren.
Keine Frage: genau so schlimm – wenn nicht noch schlimmer – ist
es, wenn der DJ alle Anfragen berücksichtigt und rechtzeitig abgegeben
hat und am Ende klappt es doch nicht. Die Liste ist irgendwo verschollen oder
hängen geblieben. Jedenfalls stehen 20 unserer Leute vor der Tür uns
sind sauer auf uns oder haben bezahlt und wollen nun als Entschädigung
ein Freigetränk.
Das ganze Aufheben um die Gästeliste nervt nur noch! Vielleicht wäre
es hilfreich, wenn man sich vergegenwärtigen würde, dass die Liste
nicht das wichtigste ist, um eine tolle Party zu haben – wenn es klappt,
von unserer Seite aus gerne. Klappt es mal nicht, bitte seid nicht sauer oder
macht uns Vorwürfe.
…und Ziel100
bestätigt:
Das nervigste, was ich kenne, sind die Gästelisten-Rumfickereien. Furchtbar!
Und absurd dazu! Die Liste ist für wichtige Leute. VIPs. OK, ich habe meistens
20 Plätze zur Verfügung und dann bin ich bereit, auch flüchtige
Freunde und Bekannte in den Stand der VIPs zu erheben. Ich hab’s ja auch
gerne, wenn bekannte Gesichter zu sehen sind. Und ich drücke auch mal ein
Auge zu, wenn ein armer Student die Wahl zwischen „ich bezahle Eintritt
und kann mir dann noch ein Wasser leisten“ oder „ich bin auf der
Liste und trinke dann doch drei Bier“ hat. Wirtschaftlich macht das keinen
Unterschied für den Club und ich habe – gerne! – einen Gefallen
getan.
Was mich
aber echt ankackt sind diese typischen Anrufe(!):
Samstag,
20.30 Uhr
Ziel100: Ja hallo?
XY: Ja hey, Matze, hier ist der Michi!
Ziel100: Welcher Michi?
XY: Eija, DER Michi!
Ziel100: Helf mir mal auf die Sprünge, wer du bist!
XY: Naja, der Michi, wir haben uns mal vor drei Jahren in der Disko XY gesehen!
Ziel100: Und? Woher haste eigentlich meine Telefonnummer?
XY: Die hat mir die Nicki gegeben!
Ziel100 Welche Nicki?
XY: Eija, die Freundin vom Veranstalter von damals, die dich zum Bahnhof gefahren
hat.
Ziel100: Aha toll. Und was ist jetzt?
XY: Jaaa, ich dachte mir, ich ruf dich mal an, weil wir fahren heute nach Frankfurt
und wollten dann noch mal ins U gehen.
Ziel100: Und weiter?
XY: Jaaa, ich dachte, du kannst mich und meine Freunde auf die Liste schreiben.
Wir sind zu fünft und der Erni – du weißt schon – kommt
auch mit drei Leuten.
Ziel100: Nee, geht nicht. Ich kann nur dich + 1 draufsetzen.
XY: Jaaa, Ok, dann schreib mich + 2 und den Erni auch + 2 ok?
Ziel100: Nee, geht nicht, ist schon zu voll. Nur du + 1
XY: Ach komm, jetzt brech dir keinen ab, schreib wenigstens mich + 4 drauf…
Ziel100: Nein. Geht nicht. Mußte früher anrufen!
XY: Ach manno, dann kommen wir auch nicht nach Frankfurt! Voll Scheiße
von dir!
Ziel100: ...
Das gleiche passiert
auch schon mal Samstag morgens um 6.30 Uhr in einer anderen Variante:
Ziel100: Wer stört?
XY: Eyyyyyy, Matze, Alder, voll krass! Biste auch noch wach? Hier ich wollte
mal sagen, ach nee! Fragen: Genau: Fragen!!! Ach ja, was denn noch mal! Moment
mal… (schreit abgewandt vom Handy zu seinen Freunden) Hier für mich
auch zwei Jägis und zieht nicht alles weg, ok? Wer nimmt das geld für
die tanke mit... wer? Sagt mal! Hey, ich mach hier gerade GL klar! (wieder ins
Telefon) Ja, hallo? Biste noch da? Matze? Jajaja, ich wollte dich mal was fragen!
Ziel100: Ja, was’n?
XY: Wir machen hier gerade After. Voll krass, hihihi! Sag mal, biste auch noch
wach? Oder wo biste denn gerade? Legst du noch irgendwo auf? Wenn nicht kannste
auch zu uns kommen. Voll krass, Matze! Voll cool, Matze! Und ich wollte dich
mal was fragen!
Ziel100: Ja, was’n?
XY: (abgewandt) Hey, ihr Pussies! Nich alles wegziehen! Ihr Ärsche! Und
ich mach euch auch noch GL klar.. hihihi! (wieder zum verschlafenen Ziel100)
Matze? Boah, hey, hier geht’s voll ab. Weißt schon, gelle? Krass!
Naja, haben noch nicht geschlafen! Und du, hast du schon geschlafen? Alter After
Hour Hengst, bist doch bestimmt auch am feiern! Oder nicht! Also hier, voll
krass, boah, also wir machen Party und da ist mir eingefallen, dass ich dich
mal angemailt habe und du hast mir geantwortet und da stnad deine Telenummer
in der Mail und da habe ich dich jetzt mal angerufen. Matze?
Ziel100: Ja, was’n?
XY: Sag mal, du legst doch heute Nacht noch mal auf?
Ziel100: Ja, was’n?
XY: Cool, boah, ich wollte mal vorbeikommen. Also nicht nur ich sondern auch
meine Kumpels. Kennste doch, den Chicken und den Alberto und der Tim und die
Tina und die andere (abgewandt) Hier, wie heisst du nochma? (wieder ins Phone)
Ach egal, voll krass. Boah, meinste du kannst uns auf die Liste schreiben? Oder
noch besser: Schreib einfach mich + 10, ok? Matze geht doch klar oder?
Ziel100: …
Aber am liebsten
sind mir die Anrufe in der Samstag Nacht um 23.30 Uhr:
Ziel100:
Ja?
XY: Hey, Guuuude! Na, was geht?
Ziel100: Wer issn dran?
XY: Wie? Was? Kennst mich nicht mehr? Ich bin’s der Tim. Weißt schon
Timmi und so… kennen uns vom Bebbo. Pappen-Bebbo. Na? Weißte wer
ich bin?
Ziel100: Nö.
XY: Egal, wir stehen gerade hier vor’m Club XY und ich habe gesehen, dass
du heute hier auflegst. Schreibst du mich auf die Liste? Aber nur, wenn ich
noch meine Freundin und deren Schwester mit rein nehmen darf.
Ziel100: Liste ist schon seit 20 Uhr im Club. Kann ich nichts mehr machen.
XY: Ach komm, ich hab’s denen versprochen, kannst mich nicht hängen
lassen.
Ziel100: Nee, geht nicht. Absprache ist Absprache.
XY: Hey komm, wir warten auf dich und du nimmst mich direkt mit rein, wir sagen
einfach, wir sind deine Fahrer.
Ziel100: Naja, ist zwar uncool, machen wir halt so. Das nächste mal schreibst
du aber eine Mail, ok!
XY: OK mach ich. Cool. Aber hier noch was, die Schwester meine Freundin ist
erst 13… ist kein Thema, gelle?
Ziel100: …
Und so könnte
ich hier noch 500 andere Varianten aufschreiben, weil ich wirklich jedes Wochenende
bestimmt 10 Anrufe in dieser Güte bekomme. Und das wird teilweise noch
absurder. Wenn z.B. Gästeliste für ein Club gefordert wird, in dem
ich gar nicht in dieser Nacht spiele. Oder wenn die Leute bei voller Gästeliste
anfangen mich anzumachen. Oder wenn sie mich 20 Minuten vollsülzen, bis
ich ja sage und dann… trotzdem nicht kommen! Spitzenklasse!
Die Krönung aber war – Hammerstory! – als meine Telefonnummer
in einen bundesweit bekannten Club gegen Geld gehandelt wurde, weil jeder wusste
„…der Ziel100 hat unbegrenzte Gästeliste!“. Das führte
zu Deals a la „Hier, du kaufst mir jetzt ein Päckchen Kippen und
dafür bekommste die Telefonnummer vom Ziel100. Der ist so verpeilt, dass
er, wenn du ihn anrufst, dich immer umsonst reinläßt!“. Haha,
aber so verpeilt bin ich halt doch nicht! Und in dieser Zeit war es dann schon
die erste Hürde, die genommen werden musste, meinen richtigen Namen zu
kennen.
…
Ziel100: Aha und woher kennst du mich?
XY: Mensch, weißte nicht mehr?
Ziel100: Nö, wie heiss ich denn überhaupt?
XY: Ziel100!
Ziel100: Schon klar, wie heiss ich denn mit richtigen Namen?
XY: Eh, Markus? Michael? Stefan?
Grundsätzlich
gibt es IMMER Probleme mit der Liste. Das gehört schon fast dazu. Und ich
bin immer ein wenig verunsichert, wenn es mal mit der Liste kompletto und reibungslos
klappt. Da denkt man dann immer „Gleich erfährst du, dass doch was
schief gelaufen ist!“. Nicht vollständig. Namen wieder runtergeschmissen
worden. Liste zu spät da. +1 vergessen. Leute, die Hausverbot haben, haben
sich draufgemogelt. Leute vor der Tür, die unbedingt drauf müssen.
Leute, die trotz Liste nicht reinkommen, weil a) besoffen, b) hässlich
oder c) besoffen und hässlich.
Es ist echt stressig und manchmal würde ich mir wünschen, es gäbe
keine Gästeliste. Aber dann könnte ich auch nicht die ganzen netten
Leute einladen, die ich sehr gerne einlade. Und das wäre dann doch zu schade
und somit muß man die Rumfickerei wohl doch ertragen - mach ich aber gerne
für euch!
Ihr habt auch eine Meinung? Schön! Macht in meinen Forum einen Thread auf...! Wir werden antworten!
Ziel100
und Lila Pulver haben was zu sagen:
Brief an die böse, böse, böse Kate Moss!
Liebe Kate,
wenn ich genau nachdenke: mein Lieblingsmodel warst Du nie. Ich fand immer,
dass Deine Augen irgendwie nicht richtig symmetrisch sind. Und Dein Mund ist
auch sehr schmal – ganz zu schweigen von Deinen Hüften. Ich fand
kurvigere Models eigentlich besser – bestimmt, weil ich selbst nicht 100%
schlank bin.
Ein bisschen arrogant wirktest Du auch immer auf mich. Aber ganz ehrlich: ich
kenne Dich ja gar nicht, deshalb kann ich doch auch nicht von Sympathie oder
Antipathie sprechen. Vielleicht würden wir uns ja blendend verstehen.
Eigentlich könnte es mir ja egal sein, aber was ist Dir nur passiert, liebe
Kate Moss. Wieso tust Du so was? Diese Fotos: konntest Du Dir nicht einen privateren
Ort für derartige Exzesse aussuchen? Oder hättest Du den Fotographen
nicht wenigstens davon prügeln können? Du kennst Dich doch aus wenn
es darum geht, wie man sich als prominenter Mensch in der Öffentlichkeit
bewegen soll. Wie konnte das geschehen? Immerhin hast Du eine kleine Tochter,
so wie ich. Da musst Du doch ein bisschen Verantwortung zeigen und Dich als
‚loving mum’ verhalten... Haben die Drogen Dein Gewissen zerstört?
Wie bist Du nur überhaupt da hinein geraten? Kate: ich bin enttäuscht
von Dir...
Ganz ehrlich: in Wirklichkeit, weiß ich nicht, wie lieb Du Dein Kind hast
– ich kann mir aber vorstellen, dass Du es genau so liebst, wie ich meins.
Ich weiß nicht, wo Deine Schwächen und Stärken liegen, aber
ich sehe, dass Du nicht unfehlbar bist. Ich lese die ganze Zeit in den aktuellen
Oktober Ausgaben der bunten Magazine: „Superkate“: Kate Moss ist
das coolste aller Models... Sie ist die Muse einer ganzen Generation... Alles
Dinge, die sie über Dich sagten, als sie die bewussten Fotos noch nicht
kannten. Und nun plötzlich? Was für Heuchler? Wer von den Scheiberlingen
und Ex Sympathisanten und allen, die es sich erlauben, nun zu urteilen und Entrüstung
ob des offensichtlichen Fehltritts in die Runde zu hauchen, kennt Dich und Dein
Inneres so genau, dass er weiß, ob Du ein guter oder ein schlechter Mensch
bist. Wer kennt denn die Hintergründe und Vordergründe – wie
ist es dazu gekommen, wie wurdest Du von den Rauschmitteln verwandelt, wie sehr
leidest Du selbst darunter und unter was leidest Du vielleicht noch? Und wie
viele von denen, die mit dem Finger auf Dich zeigen, haben nicht selbst Dreck
am Stecken und sind nicht minder berauscht als Du. Was hast Du denn angestellt,
dass man Dich nun als dankbares Bauernopfer benutzt. Kann es sein, dass Dein
Fehler der Erfolg ist? Macht man es sich nicht ein bisschen leicht mit der Schwarz-Weiß
Malerei? Wer ganz oben ist, muß gestürzt werden... Es wird Dich nicht
trösten, aber Du bist nicht die erste, der das passiert. Es tut mir leid,
dass man Dich bloß gestellt hat, auch wenn man ehrlich sagen muß,
dass Du nicht besonders vorsichtig und rücksichtsvoll gewesen bist. Aber
im Eifer des Gefechts ist einem oft vieles egal, nicht wahr?
Auch, wenn Du nie mein Lieblingsmodel warst: Du schaffst das und ganz sicher
bist Du eine gute Mutter. Bald werden die Marken sich wieder um Dich reißen,
weil Du dann diejenige bist, die es geschafft hat aus dem Drogensumpf. Die weiß
gewaschene... Kopf hoch – die Menschheit braucht ab und an Sünder
und Büßer. So ist sie nun mal... Wir sind alle keine Heiligen!
Liebe Grüße von Mutter zu Mutter
Lila Pulver
P.S. Was für einen Arsch in der Hose hat – die von als Model auch nicht sonderlich geliebte – Naomi Campbell, die bei einem öffentlichen Auftritt ganz deutlich und 1000% hinter Dir stand und betonte, dass Du ihre Freundin bist und bleibst! Respekt und Tränchen in meinem Auge!
Liebe Kate Moss,
eigentlich warst du auch nie so richtig mein Fall. Ich stehe nämlich nicht
auf superdünn. Und ich mag auch deine Backenknochen nicht. Aber das dürfte
dir schnuppe sein, weil wahrscheinlich jeder was an dir auszusetzen hat.
Ganz schön böse was du da gemacht hast:
Auf einem Job gleich gaaanz viel Koks auf einmal genommen. Und jetzt bekommste
die Rechnung. Kaum noch jemand, der dich buchen will für seine „Mega-Slim“
Kollektion. Selbst H+M hat dich rausgeworfen, nur, weil du doch so böse,
böse, böse bist! Dabei haben sie doch viel Geld mit deinem Körper
verdient, der jetzt – total überraschend! – so dünn war,
weil er keine Nahrung, sondern Koks gefuttert hat.
Aber, mal ein bisschen weiter gedacht, wer glaubt denn ernsthaft, das Naomi,
Lagerfeld, Beckhams oder wahrscheinlich auch „Supersauber“-Heidi
nicht mindestens genauso viel Kontakt zu den Sachen hat, die dich jetzt straucheln
lassen? Wer findet denn Christoph Daum nicht immer noch ganz schön cool?
Und wer erinnert sich denn an das Sven Väth-TV-Interview, wo der gute Sven
erklärte, er sei jetzt nicht mehr Koks abhängig?
Aber was heißt denn straucheln: Als du das letzte mal gezählt hast,
hast du es nur bis 25 geschafft. 25 Millionen Euro. Dein Geld. Von dir und mit
dir und deinem suchtgestraften Körper verdient. Das sollte reichen, auf
all die Kritiker, Besserwisser und Moralapostel herzhaft zu scheißen.
Also mach dir nichts draus wenn auch noch das dümmste Modehaus (Anmerkung
von Lila Pulver: ICH kaufe H&M!!! Und Du auch, Matthias;-)) dich rausschmeisst,
nur weil du erwischt worden bist an einem Tag, als die Yellow-Press in England
nicht auf Prince Harry oder Katie Price rumhacken konnte oder wollte. Du hast
es nicht nötig darüber verärgert zu sein.
Verärgert solltest du über deinen komischen Freund sein (Anmerkung
von Lila Pulver: Glücklicherweise EX-Freund, auch wenn wir uns auch hierüber
kein Urteil erlauben können. Wer weiß wie die einen langhaarigen
Bombenleger beurteilen würden). OK, Liebe ist unergründlich, aber
man muß doch kein Hellseher sein, um zu prophezeien, dass er es keine
10 Jahre mehr macht. Haste auch nicht nötig, echt nicht! Und damit haste
eigentlich nur der Yellow Press gezeigt: Hier knallt es bald, die ist weit oben
auf der Abschussliste!
Nötig wäre es, deiner süßen Tochter zu zeigen, dass du
auch ohne Pulver in der Nase eine ganz Große bist. Das kannst du auch,
warst doch schon weg vom Zeug und ich bin mir sicher, deine Tochter hat dich
so mehr gemocht. Das musst du aber wissen oder weißt du vielleicht eh
schon...
Ich finde es total blöde und sehr von Heuchlerei bestimmt, wenn deine Karriere
jetzt beendet werden soll. In der meinigen Szene dürfen Leute ihre Lieder
„MDMA“ nennen oder gar „Betty Ford“ und werden dafür
auch noch gefeiert. Und kaum ein Profi-DJ, der nicht seine Erfahrungen gemacht
hat.
Also: Wir sind eigentlich alle keine Lämmchen und sollten deshalb jemandem
wie dir, auf jeden Fall den Rücken stärken:
Hör mit den Drogen auf, sei liebevolle Mama und lass dich von der Media
nicht unter Druck setzen. Dann lässt dich jeder in Ruhe und du kannst wieder
machen, was du willst! Alles...
Ich wünsche dir eine so tolle Tochter, wie ich sie habe und viel Kraft und Weitsicht, diesen künstlichen Skandal mit einem Lächeln zu überstehen.
Ziel100
PS: Wenn du mal
in Frankfurt bist, melde dich! Wir können zusammen Spielplatz-Chilling
machen!
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Ziel100
und Lila Pulver haben was zu sagen:
Big DJs Biz....
Lila
Pulver ist sicher dass…
Irgendwann in alten Tagen hieß es mal: Konkurrenz belebt das Geschäft.
In welcher klugen Zeit das war weiß ich nicht, jedenfalls ist der Spruch
ziemlich mutig. Aber wohl auch überholt. Ich sehe nicht, dass sich heute
noch jemand gesunder Konkurrenz stellt. Vielleicht kann man das auch als Klugheit
bezeichnen. Ein Fuchs hätte sichs nicht besser ausdenken können.
Keiner arbeitet in unserer Branche mehr allein. Ein sehr fortschrittlicher
Gedanke: Booking Agenturen unterstützen Clubs, promoten DJs und Parties
befreundeter Veranstalter, jeder hat irgendwie irgendwo seine Aktien im Rennen
– es müsste boomen und blühen. Müßte es... Aber da
gibt es inzwischen derart große Booking Agenturen – Kartelle –
die ihre unzähligen Künstler exklusiv verbuchen. So exklusiv, dass
nur hauseigene Veranstaltungen bespielt werden dürfen und das gesamte Bundesland
tabu für weitere Bookings ist. Na gut, die Künstler sind so gefragt
und kommen so gut damit über die Runden, dass dieses Geschäft für
alle einträglich ist und keiner zu kurz kommt. Außer vielleicht der
kleinen Veranstalter, der vergeblich versucht, einen dieser DJs für seine
eigentlich nicht zu verachtende Veranstaltung zu buchen. Da achtet man in großem
Stil darauf, nicht zwei Wochen hintereinander in der gleichen Stadt zu spielen...
Diese Künstler würden sich aber auch bei gehäuftem Auftreten
in der gleichen Region nicht die Wurst vom Brot ziehen.
In Ordnung, es gibt ja noch andere Künstler. Sogar solche, die ihre eigene
Booking Agentur haben und unabhängig sind. Die sich aussuchen können,
wo sie spielen. Oder Moment: plötzlich stellt sich heraus, dass der angefragte
Künstler seinem Resident Club so stark verpflichtet ist, dass er doch in
der Region nicht gebucht werden darf. Man muß sich also wieder nach jemand
anderem umsehen. Ein Eingeständnis des DJs, dass man nicht zwei Wochen
hintereinander die Party voll bekommt?
Es ist nicht einfach, heutzutage Künstler für eine Party zu buchen.
Selbst bei zugesicherten Spitzengagen nicht!
Eine sehr gute Chance hat man, wenn man Anzeigen in bestimmten Magazinen kauft,
die auf den ersten Blick keine Zugehörigkeit zu bestimmten Clubs oder Künstlern
aufweist. Bei genauerer Betrachtung bekommt man nur Artikel und günstige
Anzeigen, wenn man deren Haus-DJs bucht. Maximale Promotion für die Party
und die eigenen DJ Stars des Magazins.
Gut ausgedacht ist auch ein anderes Rezept einiger Bookingagenturen: will man
jemanden aus deren Rooster buchen, muß man einen der weniger erfolgreichen
Künstler dazu kaufen. Jeder will aus jedem und allem seinen Nutzen schlagen
– Friede, Freude, Eierkuchen. Das Motto ist wohl lange überholt.
So weit sind die Rapper gar nicht von uns Elektrofreunden
entfernt: wir haben Beef miteinander und dissen uns gegenseitig. Der eine neidet
dem anderen den Gig und die Groupies. Dieser will nicht mit jenem auflegen,
aus irgendwelchen Kindergarten Gründen und ein anderer sagt dem Kollegen
erst nächsten Monat, dass er ihn scheisse findet, weil er nächste
Woche noch mal auf einer Party mit ihm Kohle machen will... So lange klettert
er noch ein wenig richtung Allerwertester. Also ehrlich! Ob uns das alles blühende
Party Landschaften und eine abwechslungsreiche Club Kultur bescheren wird? Gibt
es wirklich keine gesundere Art mit Konkurrenz umzugehen?
Ziel100s Senf dazu:
Wer oben ist, ist gern oben. Wer unten ist, der soll da möglichst bleiben.
Das finde ich in unserer kapitalistischen Gesellschaft recht normal:
Willkommen in der Realität.
Aber die Szene als solches hatte doch mal ganz andere Ideale, von wegen „Unity“
(und „Peace“ und „Love“). Das Unity-Ding ist schon sehr
mutiert, denn die Comm - unity verläuft nicht mehr vertikal, sondern nur
noch
horizontal: Die Bignames featuren sich gegenseitig und halten die anderen bewusst
oder unbewusst klein; der DJ-Mittelstand krebst auf hohem Niveau vor sich hin
und Newcomern kann man eigentlich keine Chance im DJ-Zirkus mehr einräumen.
Das gleiche Spiel ist auch bei den Veranstaltern, Labels und Agenturen zu beobachten.
Das ist schade. Denn dadurch sind Politik und Seilschaften innerhalb der Szene
wichtiger als Qualität.
Das führt zu absurden Situationen. Da bietet man DJs für ein zwei
Stunden Set eine enorm große Menge Geld – eine Menge, für die
ein Azubi vier/fünf Monate jeden Tag 8 Stunden arbeiten müßte
– und die Djs sprechen sich für deine eine kleine Veranstaltung aus:
Sie wollen bei und mit dir spielen. Sie bekommen es dann aber von ihrer Agentur
wegen „Gebietsschutz“ verboten. Aha, man darf also nur vom Ruhm
anderer kosten, wenn man zum erlauchten „Kreis“ gehört. Und
da fängt es dann an, dass der Künstler unmündig geworden ist
und nur noch macht, was das Management vorschreibt – Seilschaften stehen
dann im Vordergrund. Ruhm, Ehre und letztendlich Geld wird nur noch in bestimmten
Zirkeln hin und her geschoben. Wer bestimmt, wer dazugehört, ist natürlich
nicht klar auszumachen. Klar ist aber, dass so was nicht gerade dazu führt,
dass es mehr Veranstalter, Parties und Angebot gibt, sondern die ewig bekannten
ziehen ewig ihre Kreise.
Um ehrlich zu sein, ist es ja auch verständlich, dass man versucht, seine
Schäfchen im Trockenen zu halten, aber ich persönlich würde es
mir nie „verbieten“ lassen irgendwo aufzulegen. Ich würde mir
auch von meiner Bookingagentur nicht vorschreiben lassen, wo und wann ich aufzulegen
habe – letztendlich ist die Agentur auf den Künstler angewiesen und
nicht umgekehrt! Und am wenigsten würde ich mir Gedanken machen, ob ich
mich in einer bestimmten Region „verfeuere“. Denn letztendlich ist
auch eine Dauerpräsenz gut um z.B. einen festen Stamm von Fans zu rekrutieren.
Mit „einmal im halben Jahr“ bekommt man das nicht hin! Ich finde,
man sollte sich deshalb genau überlegen, was hinter einem Angebot steckt:
Business, reiner Zeitvertreib oder einfach etwas, was man mit purer Leidenschaft
begehen kann (und soll!). Und da sind wir beim eventuellen Grundproblem: Wer
von den Großkopferten ist denn nach Mayday und Welttourneen noch bereit
im regionalsten Club Leidenschaft zu entwickeln?
Ich finde, die deutsche „DJ-Elite“ dürfte sich in punkto Menschlichkeit,
Leidenschaft und Einstellung zum Business gerne mal überdenken oder neu
erfinden.
Ich für meinen Teil habe mir ganz genau gemerkt, wer bereit ist eine Party
zu rocken, wer nur auf Geld aus ist, wer freundlich ist, wer sich an Zusagen
hält, wer unterstützt und wer unmündiger als die Bookerin (merkwürdigerweise
sind es auch immer die Frauen in den Bookingagenturen, die quer schiessen…)
ist:
Idealistischerweise trennt sich hier die Spreu vom Weizen; die angebliche Elite
von den echten Profis.
Und ich prophezeie: Man sieht sich immer zweimal im Leben!
Ihr habt auch eine Meinung? Schön! Macht in meinen Forum einen Thread auf...!
Wir werden antworten!
Ziel100
und Lila Pulver haben was zu sagen:
How to treat the Djs Girl:
Lila Pulver:
Wie an vielen Wochenenden stehe ich im Club, gerade angekommen – der Laden
ist gut gefüllt, Matthias packt seine Platten aus und ich suche einen sauberen
Platz für meine Jacke – da schiebt sich ein Junge mit großen
Augen, zähneknirschend und seinen tropfenden Drink über meinem Kopf
schwenkend zwischen mich und Matthias. Aufgeregt gestikulierend begrüßt
er den DJ, während er mich powackelnd und aufgeregt tänzelnd immer
weiter weg drängelt... Hat mich wohl übersehen, naja, auch egal! Ist
ja klar, dass man erst mal den Helden der Nacht begrüßen will: Fans
eben – das kennen wir doch. Allerdings stellt sich im Lauf des Abends
heraus, dass es sich bei dem Typen um den Veranstalter der Party handelt...
Und eigentlich finde ich das nun doch eher ziemlich skandalös.
Ich gebe zu, im Eifer des Gefechts passiert es mal, dass nicht jeder mitgebrachte
Gast des DJs bemerkt wird – aber die DJ-Frau ist doch wohl das Wichtigste,
auf das man als Veranstalter seine Aufmerksamkeit richten sollte, und das ist
jetzt nicht die beleidigte Sicht der arroganten, egoistischen DJ-Ische, die
ihren Freund nur hat, um auch mal im Leben VIP zu sein... Allen Ernstes ist
die DJ-Frau der Meinungsmacher und die Antenne ihres Mannes. Ist die DJ-Frau
unzufrieden, überträgt sich die Laune auf ihn. Fühlt sich die
DJ-Frau übergangen, lässt sie ihn spüren wie blöd sie die
Party findet. Und er kann dann nicht entspannt und mit Spaß Musik machen.
Darunter wiederum leiden die Gäste auf der Tanzfläche, tanzen, lachen,
trinken weniger und gehen wahrscheinlich früher nach hause. Um es auf den
Punkt zu bringen: die direkte logische Folge einer schlecht behandelten DJ-Frau
ist am Ende die Umsatzeinbuße des Veranstalters! Wieso kann man uns also
nicht standesgemäß behandeln?
Natürlich erkennt man nicht immer auf Anhieb Frau FEOS, Frau Liebing oder
Frau 100 und bei manchen Künstlern muß man auch berücksichtigen,
dass es sich nur um die wöchentlich wechselnde Begleitung handelt (die
sich aber nicht minder auf die Laune des DJs auswirkt). Eigentlich ist es auch
egal, wer den DJs begleitet: der Respekt gebietet doch, dass man zumindest ein
nettes Hallo über die Lippen bringt. Oder ist das echt zuviel verlangt?
Das kostet doch noch nichts! Wie oft stehe ich daneben und sehe zu, wie man
Matthias überschwänglich um den Hals fällt, mit beiden Händen
seine schüttelt als hätte er den Nobelpreis gewonnen, ihn kaum noch
gehen lassen will und ihn anschließend gleich an den nächsten Gratulanten
weiter reicht. Mensch natürlich gönn ich ihm das, aber ich bin ja
nicht aus Luft, gell?
Naja und dann geht es weiter mit den Getränken: hey, ich will mich nicht
besaufen oder nur weil’s umsonst ist, die Bar leer trinken, allerdings
ist es mir sogar schon passiert, dass ich auf Parties für meine Getränke
gezahlt habe. Oh, das weiß Matthias gar nicht... Ich hab echt keinen Bock,
zum zwanzigsten Mal zu erklären, dass ich dir DJ Frau bin und für
mich und ihn ein Bier holen will. Danke, wie gnädig, er geht mal nachfragen,
ob das okay geht... Wieso er nicht selbst kommt – äh, weil er auflegt?!
Naja, mit Melanie wäre mir das damals nicht passiert. Die hat sich nix
gefallen lassen, ich bin da nie so selbstbewusst.
Gut sind auch die Parties, bei denen nur der DJ hinters Pult und in den Backstage
darf. Und der Veranstalter, und der Techniker, und der Manager, und der Freund
des Veranstalters und die beiden Stammgastgroupies... alle eigentlich, außer
ich! Ja ja, Herr Security, ist nicht nötig, sich mir in den Weg zu stellen,
da hinten ist eh kein Platz mehr! Ich warte hier draußen, bis er fertig
ist, zu trinken brauch ich nix, beachtet mich einfach nicht! Ich bin nämlich
gar nicht wichtig. Aber morgen, wenn ich wieder wichtig bin, dann erzähl
ich meinem Freund, wie beschissen ich es bei Euch fand, wie doof ihr zu mir
wart und wie wenig Spaß ich hatte, und dass wir nie mehr zu Euch kommen
werden...
Ziel100s point of view:
Unverschämtheit! Kommt man an, sieht die ersten bekannten Gesichter und
schon – schwupps! – ist die Freundin... ja wo denn?! Abgedrängt
im Aus oder im Besten Fall in der zweiten Reihe vor dem DJ Pult. Hat irgendwer
mal daran gedacht, dass ich mit der Frau hier bin und das ich absichtlich neben,
bei ihr oder auf sie stehe?
Das fängt an, wenn man begrüßt wird und nur mir die Hand gereicht
wird und hört auf, wenn an der Bar der Sekt in Flaschen nur an mich ausgehändigt
wird.
Mit Vorsicht oder Zufall hat das nichts zu tun, dass ist doch klare Absicht.
Der DJ zählt und die DJ-Frau... ach egal, was die Schnalle will!
Was’n Glück gibt’s da rühmliche Ausnahmen. Es gibt Etablissements
da wird als erstes meine Freundin begrüßt, dann wird gefragt, was
sie trinken will und dann werde auch ich begrüßt und das ist gut
so. Dann kann ich sicher sein, dass meine Freundin gut versorgt, ich mich auf’s
Auflegen konzentrieren kann und mir keine Sorgen machen muß, ob da irgendwas
im argen ist. Das macht echt Sinn: Hoffiere die DJ Frau und der DJ ist mindestens
genauso entspannt, wie die ganze Situation sich entspannt.
Wenn man aber im Disko-Büro sitzt und die Freundin nicht mal – obwohl
sehr gut namentlich bekannt! – gegrüßt wird... böses Foul
und minimum gelb/rot!
Ihr habt auch eine Meinung? Schön! Macht in meinen Forum einen
Thread auf...! Wir werden antworten!